Shoppen statt Vorsorgen?
„Ich gehe lieber shoppen, anstatt mir um meine Altersvorsorge Gedanken zu machen“, sagte mir kürzlich meine Freundin nach unserem gemeinsamen Besuch im Fintness-Center. Ihre Erklärung: „Lieber habe ich heute mehr Spaß, das Alter wird eh hart genug“. Meine Freundin ist Berufsanfängerin, 27 Jahre jung und genießt ihr Leben mit Single-Wohnung, Kleinwagen und stets modischem Outfit.
Sie befindet sich mit ihrer Einstellung in bester Gesellschaft. Nahezu jeder Zweite (48 %) der unter 30-Jährigen sorgt sich zwar um seine finanzielle Absicherung im Alter, doch trotz dieser Ängste ist die Bereitschaft für die private Vorsorge nicht sonderlich hoch. Das ergab eine aktuelle Umfrage von AWD und Forsa.
Die Zurückhaltung beim Vorsorgesparen kann die unter 30-Jährigen allerdings teuer zu stehen kommen. Die erheblichen Lücken der staatlichen Versorgung können nur durch privates Sparen geschlossen werden. Selbst der Gesetzgeber hat ein großes Interesse daran, die junge Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren. Dies zeigt die Empfehlung auf jedem Rentenbescheid, der uns mahnt fürs Alter auch privat vorzusorgen.
Und die Beiträge zur Altersvorsorge fallen umso höher aus, je später mit der privaten Altersvorsorge begonnen wird: Wer zehn Jahre früher beginnt, verringert seine Belastung deutlich, je nach Situation um 30 bis 50 Prozent. Die Zeit nach der Berufstätigkeit schon in jungen Jahren zu planen, ist auch mit geringen finanziellen Mitteln machbar: Bei vielen Anlageformen ist es möglich mit niedrigen Beiträgen zu beginnen und diese dann bei höherem Einkommen zu steigern.
Auch wenn der Verzicht auf Konsum nicht spaßig ist, so bleibt er die einzige vernünftige Entscheidung für ein auskömmliches Einkommen im Alter.